Fünf vor Zwölf

Schneller als je zuvor in der Erdgeschichte werden Tier- und Pflanzenarten bzw. ihre Lebensräume vernichtet. Die Urwälder als Schatzkammern und Klimaspeicher der Welt werden abgeholzt, die Meere überfischt und verschmutzt, die Wüsten breiten sich unaufhaltsam aus. Immer mehr Ökosysteme sind in ihrer Gänze gefährdet. Die ökologischen Folgen für die Menschheit sind gravierend, die ökonomischen Verluste für die Wirtschaft bisher noch gar nicht bezifferbar.

Kaum ein anderes Thema beschäftigt und berührt mich so sehr wie der globale Umwelt- und Artenschutz. Daher habe ich in den letzten vier Jahren ganz entschieden dafür gekämpft, dass es zu ersten Fortschritten in diesem Bereich kommt: Ich habe durchgesetzt, dass die Haushaltsmittel des Entwicklungsministeriums für den globalen Artenschutz in diesem Zeitraum verdoppelt wurden. Ich habe mitgeholfen, in Entwicklungsländern Nationalparks einzurichten und ihre langfristige Finanzierung zu sichern. Ich habe die Bundesregierung angetrieben, als Gastgeber des Weltnaturschutzgipfels wichtige Weichenstellungen für das nächste internationale Umweltschutzabkommen zu initiieren. Ich habe für unsere Fraktion einen großen Kongress zum Thema „Verantwortung übernehmen – Schöpfung bewahren“ organisiert, auf dem die Bundeskanzlerin eine weichenstellende Grundsatzrede hielt. Daraufhin hat Angela Merkel auf dem Weltnaturschutzgipfel zugesagt, künftig 500 Millionen Euro für den globalen Arten- und Waldschutz zur Verfügung zu stellen.

Das alles reicht selbstverständlich nicht aus. Wir werden den globalen Umweltschutz noch viel schlagkräftiger machen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Erde nicht ihr Gleichgewicht verliert. Meine Vision: Eine große gesellschaftliche Allianz zur Bewahrung der Schöpfung. In dieser Allianz müssten Naturschutzorganisationen, Wissenschaft, Politik, Medien und Privatunternehmen an einem Strang ziehen, mit dem Ziel, unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.